Wo steckt „Michael“?

TrueffelpixFührt eine einmalige Sexaffäre in einem Hotel mit einem nicht näher bekannten Mann zu einem Kind, kann die Mutter nicht einfach von der Hotelleitung die vollständigen Namen und Adressen der infrage kommenden Männer verlangen. Auch wenn die Frau diese Information für mögliche Kindesunterhaltsansprüche benötigt, reichen die Angabe des Vornamens des Mannes und die Etage des gebuchten Hotelzimmers für den Auskunftsanspruch nicht aus, entschied das Amtsgericht München in einem am Freitag, 28.04.2017, bekanntgegebenen Urteil (AZ: 191 C 521/16).

Im konkreten Fall ging es um eine Frau aus Halle, die vom 04.06.2010 bis 07.06.2010 zusammen mit einem männlichen Begleiter ein Hotelzimmer in München buchte. Das Paar versüßte sich den Aufenthalt mit der schönsten Nebensache der Welt. Neun Monate später brachte die Frau ihren Sohn Joel zur Welt.

Offenbar war die damalige männliche Begleitung der Vater des Kindes, von dem die Mutter jedoch nur den Vornamen kannte: Michael. Auch das gebuchte Zimmer war nicht mehr feststellbar, nur noch die Etage. Von der Hotelleitung wollte sie nun den vollen Namen samt Anschrift des Mannes erfahren. Sie benötige die Auskunft, um Kindesunterhaltsansprüche gegenüber dem Mann geltend machen zu können.

Das Hotel wollte die Auskunft nicht geben. In dem fraglichen Zeitraum seien insgesamt vier Männer mit dem Vornamen Michael Gast gewesen. Da die Frau ihren damaligen Begleiter nicht näher beschreiben könne, sei die eindeutige Feststellung der infrage kommenden Person nicht möglich.

Auch das Amtsgericht lehnte in seinem mittlerweile rechtskräftigen Urteil vom 28.10.2016 den Auskunftsanspruch ab. Das Recht der infrage kommenden Männer auf informationelle Selbstbestimmung und auf den Schutz der eigenen Ehe und Familie überwiege das Recht der Klägerin auf ihren Schutz der Ehe und Familie und auf den Unterhaltsanspruch.

Die betroffenen Männer hätten Anspruch darauf, dass ihre Privat- und Intimsphäre geschützt werde. Dieses Recht beinhalte auch, geschlechtliche Beziehungen nicht offenbaren zu müssen. Es bestehe zudem die Gefahr, dass die Datenübermittlung ins Blaue hinein erfolgen würde. „Der Klägerin ist es nicht möglich, weitere Umstände vorzutragen, durch die der unterhaltspflichtige Betroffene eingegrenzt wäre“, so das Amtsgericht.

Allein der Vorname und die Angabe der Etagenzahl des gebuchten Hotelzimmers reichen für den Auskunftsanspruch nicht aus, zumal auch gar nicht klar sei, ob es sich bei dem von der Frau angegebenen Vornamen tatsächlich um den richtigen Vornamen handele.

Bildnachweis: © Trueffelpix – Fotolia.com


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