Die Urteile in den Besigheimer Milchpanscherprozessen – ein Rückblick

Die Bietigheimer Zeitung berichtete in ihrer Online-Ausgabe vom 21.01.2012 von einem Lebensmittelskandal, der sich vor 100 Jahren in Besigheim, Deutschland schönstem Weinort, ereignet hatte. Milchpanscher streckten das Naturprodukt mit Wasser, was nicht ohne Folgen blieb und zu zahlreichen Strafprozessen führte.

Das Besigheimer Schöffengericht verurteilte am 31.05.1910 vier Delinquenten wegen Milchfälschung zu Geldstrafen von 15 bis 20 Mark. Weitere Verurteilungen folgten im Jahre 1912. Ein Ilsfelder Landwirtsehepaar streckte ihre Milch mit sieben bis zehn Prozent Wasser, was ihnen Strafen von 15 und sieben Mark einbrachte.

Auch die Kontrolleure waren damals nicht frei von Schuld. Wie die Bietigheimer Zeitung weiter berichtet, wurde ein Milchkontolleur einige Zeit zuvor, im Dezember 1909,  zu 7,5 Jahren Zuchthaus und zehn Jahren Ehrenverlust verurteilt. Ihm konnte nachgewiesen werden, dass er als Milchkontrolleur von ihm selbst untersuchte Milch durch Wasserzusätze gefälscht und sich darüber hinaus des neunfachen Meineides schuldig gemacht hatte.

Was lernen wir daraus? Früher war auch nicht alles besser…nur anders.

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